Aktien beim Arbeitslosengeld II

Weih­nach­ten steht vor der Tür und jeder möch­te sei­nen Lie­ben eine Freu­de machen. Ein ALG II-Emp­fän­ger muss monat­lich mit sei­nem Regel­satz aus­kom­men und hat folg­lich nur sehr begrenz­te Mög­lich­kei­ten für Weih­nachts­ge­schen­ke zu spa­ren. Weih­nach­ten ist kein Grund für einen vom Job­cen­ter zu geneh­mi­gen­den Mehr­be­darf im Sin­ne des SGB.

Natür­lich bleibt es dem Leis­tungs­emp­fän­ger über­las­sen, ob er von sei­nen Regel­leis­tun­gen einen Betrag X zur Sei­te legt, damit er für Weih­nach­ten Geschen­ke kau­fen kann. Aller­dings ist der vom Amt zuge­stan­de­ne Geld­be­trag – wie der Name schon sagt – auf die Grund­be­dürf­nis­se des täg­li­chen Lebens aus­ge­rich­tet. Son­der­wün­sche wer­den nicht berück­sich­tigt.

In bestimm­ten Gren­zen ist es dem Leis­tungs­emp­fän­ger nach dem SGB II auch gestat­tet, neben dem Hartz IV-Bezug Geld durch Arbeit zu ver­die­nen. Ein gro­ßes Ver­mö­gen anzu­spa­ren ist nicht mög­lich, da jeder Ver­dienst und jedes Ver­mö­gen dem Job­cen­ter mit­ge­teilt wer­den muss. Von der Höhe des Betra­ges und der Art des Ver­mö­gens hängt es dann ab, ob es als Ein­kom­men ange­se­hen wird und damit bei der Berech­nung des Leis­tungs­be­darfs berück­sich­tigt wird.

Das Glei­che gilt für Akti­en­be­sitz: Bereits bei der Erst­be­an­tra­gung von Leis­tun­gen nach dem SGB II hat der Antrag­stel­ler sei­ne Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se offen zu legen. Dazu zäh­len auch der Han­del mit Dif­fe­renz­kon­trak­ten oder Akti­en. Nach § 12, Abs. 1 SGB II sind alle ver­wert­ba­ren Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de als Ver­mö­gen zu berück­sich­ti­gen. Aller­dings sind ein Grund­frei­be­trag von 150 Euro für jedes Lebens­jahr nach § 12, Abs.2 Nr.1 SGB II davon aus­ge­nom­men. Eben­falls unbe­rührt bleibt ange­spar­tes Ver­mö­gen für die Alters­vor­sor­ge z.B. durch die Ries­ter-Ren­te. Genau­so gilt eine pri­va­te Alters­vor­sor­ge von ehe­mals selb­stän­di­gen Per­so­nen als soge­nann­tes Schon­ver­mö­gen (§ 12 Abs.3 Nr. 3 SGB II).

Beim Han­del mit Dif­fe­renz­kon­trak­ten (CFDs) wird nicht die tat­säch­li­che Aktie oder der Roh­stoff gekauft oder ver­äu­ßert, son­dern es wird auf die zu erwar­ten­de Kurs­stei­ge­rung bzw. den Kurs­ver­lust spe­ku­liert. Nor­ma­ler­wei­se sind CFDs gehe­bel­te Geschäf­te, so dass nicht nur der Ver­lust des kom­plet­ten Ein­sat­zes dro­hen kann, son­dern dar­über hin­aus noch zusätz­li­ches Geld ein­ge­setzt wer­den muss. Wird ein Gewinn erzielt, gilt die­ser als Ein­nah­me und wird bei der Berech­nung des Arbeits­lo­sen­gel­des berück­sich­tigt. Ande­rer­seits trägt der Arbeits­lo­sen­geld­emp­fän­ger das allei­ni­ge Risi­ko und hat einen mög­li­chen Ver­lust eben­falls allein zu tra­gen.

Aktien beim Arbeitslosengeld II