Berücksichtigung des Elterngeldes

Bei der Berech­nung der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de darf das Eltern­geld als ein die Leis­tung min­dern­des Ein­kom­men berück­sich­tigt wer­den.

So das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall, in dem die Bezie­her von Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen einen monat­li­chen Mehr-Betrag von 300,00 Euro ver­lang­ten. Die Klä­ger wand­ten sich mit ihrer Kla­ge ins­be­son­de­re gegen die Berück­sich­ti­gung des Eltern­gel­des als Ein­kom­men, da damit der Sinn und Zweck die­ser Leis­tung unter­lau­fen wer­de und es zu einer ver­fas­sungs­recht­lich nicht gerecht­fer­tig­ten Benach­tei­li­gung von Bezie­hern von Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen für Arbeit­su­chen­de kom­me. Gefor­dert wur­den monat­lich um 300,00 € höhe­re Leis­tun­gen. Nach­dem das Sozi­al­ge­richt Koblenz der For­de­rung nicht ent­spro­chen hat, haben sie ihr Ziel vor dem Lan­des­so­zi­al­ge­richt wei­ter ver­folgt.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz dür­fe das Eltern­geld, wie auch das Kin­der­geld, abzüg­lich einer Ver­si­che­rungs­pau­scha­le, als Ein­kom­men berück­sich­tigt wer­den. Dies ent­spre­che dem ab dem 01.01.2011 gel­ten­den Recht. Die Geset­zes­be­grün­dung habe die Anrech­nung des Eltern­gel­des damit gerecht­fer­tigt, dass die Bedar­fe sowohl des Kin­des als auch des betreu­en­den Eltern­tei­les im Sys­tem der Grund­si­che­rung durch die Regel­leis­tung und die Zusatz­leis­tun­gen gedeckt sei­en und dem Eltern­teil kei­ne Erwerbs­tä­tig­keit zuge­mu­tet wer­de. Der Gesetz­ge­ber habe mit dem Eltern­geld einen Anreiz schaf­fen wol­len, eine Erwerbs­tä­tig­keit wegen der Betreu­ung eines Kin­des zu unter­bre­chen. Dies sei Eltern, die Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen bezö­gen, nicht mög­lich, so dass ihnen die Leis­tung auch nicht teil­wei­se anrech­nungs­frei belas­sen wer­den soll­te. Die­se Ent­schei­dung ist aus Sicht des zustän­di­gen Senats des Lan­des­so­zi­al­ge­richts sach­lich gerecht­fer­tigt und die Geset­zes­än­de­rung, die mit Wir­kung für die Zukunft in bestehen­de Rechts­ver­hält­nis­se ein­ge­grif­fen hat, genügt dem rechts­staat­li­chen Ver­trau­ens­prin­zip.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 12. März 2013 – L 6 AS 623/​11