Der Anspruch auf die Durchwahlnummern im Jobcenter

Die inne­re Orga­ni­sa­ti­on des Job­cen­ters ist kein Grund, einem Bür­ger den Zugang zu Tele­fon­num­mern der Mit­ar­bei­ter zu ver­wei­gern. Nach dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz (IFG) besteht ein umfas­sen­der Anspruch auf Zugang zu amt­li­chen Infor­ma­tio­nen, soweit kei­ne Sicher­heits- oder Daten­schutz­grün­de dem entgegenstehen.

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Anwalts­kanz­lei ent­schie­den, deren Antrag auf Zugang zur Dienst­te­le­fon­lis­te mit den Durch­wahl­num­mern der Mit­ar­bei­ter vom Job­cen­ter Leip­zig abge­lehnt wor­den war. Das Job­cen­ter Leip­zig ist tele­fo­nisch für die Bür­ger nur über eine zen­tra­le Ser­vice­num­mer erreich­bar, die tele­fo­ni­sche Durch­wahl des Bür­gers zum Sach­be­ar­bei­ter ist orga­ni­sa­to­risch nicht vor­ge­se­hen. Dage­gen hat sich die Kla­ge der mit Sozi­al­an­ge­le­gen­hei­ten befass­ten Anwalts­kanz­lei gerich­tet, den die­se auf die Rege­lun­gen des Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­set­zes gestützt hat.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung ver­weist das Ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig dar­auf, dass im Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz ein umfas­sen­der Infor­ma­ti­ons­an­spruch von Bür­gern zu amt­li­chen Infor­ma­tio­nen vor­ge­se­hen ist, soweit dage­gen nicht Sicher­heits- oder Daten­schutz­grün­de sprechen. 

Im vor­lie­gen­den Fall lagen Sicher­heits­grün­de nicht vor. Die Dienst­te­le­fon­num­mern der Bear­bei­ter einer Behör­de unter­lie­gen nach dem IFG nicht dem per­sön­li­chen Daten­schutz des ein­zel­nen Behör­den­mit­ar­bei­ters. Die inne­re Orga­ni­sa­ti­on des Job­cen­ters allein ist kein Kri­te­ri­um, das dem Infor­ma­ti­ons­an­spruch des Bür­gers ent­ge­gen gehal­ten wer­den kann.

Ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig, Urteil vom 10. Janu­ar 2013 – 5 K 981/​11