Die Berufsrechtsschutzversicherung

„Lei­der sehen wir uns gezwun­gen, Ihnen zu kün­di­gen.” Wem die­ser Satz unvor­be­rei­tet gilt, der ist erst ein­mal voll­kom­men über­rascht. Sicher, in der heu­ti­gen Zeit ban­gen sehr vie­le Arbeit­neh­mer um ihren Arbeits­platz – aber man denkt ja nie, dass es einen sel­ber tref­fen könn­te. In der der­zei­ti­ge Wirt­schafts­la­ge ist kein Job mehr sicher, Schlag­wor­te wie Fir­men­schlie­ßung, Mas­sen­ent­las­sun­gen oder betriebs­be­ding­te Kün­di­gung sind all­ge­gen­wär­tig. Trifft es einen, dann ist die Fra­ge, ob man sich damit abfin­det oder ob man ver­sucht zu kämp­fen. Kampf heißt in der Regel, dass die Ange­le­gen­heit vor Gericht lan­det. Dabei soll­te man wis­sen, dass bei einem Ver­fah­ren vor dem Arbeits­ge­richt in der ers­ten Instanz auf jeden Fall Kos­ten zu tra­gen sind. Anders als bei den übri­gen Gerich­ten, haben die Par­tei­en ihre Anwalts- und Gerichts­kos­ten selbst zu tra­gen – unab­hän­gig vom Aus­gang des Ver­fah­ren. So hat auch der „Gewin­ner” sei­nen Kos­ten­an­teil zu zah­len. Vie­le schre­cken des­halb vor einem Ver­fah­ren vor dem Arbeits­ge­richt zurück, obwohl sie gute Chan­cen hät­ten, sich z.B. gegen eine Kün­di­gung zu weh­ren, und in die­sem Fall braucht man Berufs­rechts­schutz.

Eine Berufs­rechts­schutz­ver­si­che­rung kann das finan­zi­el­le Risi­ko eines Rechts­streits auf­fan­gen. Nicht nur bei Kün­di­gun­gen son­dern auch bei sons­ti­gen Strei­tig­kei­ten mit dem Arbeit­ge­ber hilft die Ver­si­che­rung. Neben Abfin­dungs­fra­gen tritt die Berufs­rechts­schutz­ver­si­che­rung auch bei Pro­ble­men mit dem auge­stell­ten Zeug­nis ein oder hilft bei Ver­hand­lun­gen über mög­li­che Abfin­dun­gen. Aber auch bei nicht gezahl­tem Lohn oder Schwie­rig­kei­ten mit Kol­le­gen nutzt eine sol­che Ver­si­che­rung.

Für den Ein­tritt der Ver­si­che­rung sind aller­dings eini­ge Bedin­gun­gen zu erfül­len. So hat man je nach Ver­si­che­rungs­ver­trag mit Abschluss der Ver­si­che­rung noch eine War­te­zeit von meh­re­ren Mona­ten zu über­brü­cken. Bei einem Streit­fall, der schon vor die­ser Frist ein­ge­tre­ten ist, gilt der Ver­si­che­rungs­schutz also noch nicht. Genau­so kann es zu Pro­ble­men mit der Ver­si­che­rung kom­men, wenn bei Ver­trags­ab­schluss schon über z.B. Mas­sen­ent­las­sun­gen spe­ku­liert wird oder von Zah­lungs­un­fä­hig­keit der Fir­ma die Rede ist. Ein Arbeit­neh­mer, der einen guten und siche­ren Berufs­rechts­schutz­ver­trag abschlie­ßen möch­te, soll­te also nicht war­ten, bis das Pro­blem schon in der Luft hängt, son­dern früh­zei­tig einen für ihn sinn­vol­len Ver­si­che­rungs­ver­trag abschlie­ßen.