Die erneut drohende Stromsperre

Vom Job­cen­ter sind rück­stän­di­ge Strom­kos­ten, die durch über­mä­ßi­gen Strom­ver­brauch eines Emp­fän­gers von Leis­tun­gen nach dem SGB II ent­stan­den sind, nicht ohne Wei­te­res auf Basis eines Dar­le­hens zu übernehmen.

So hat das Sozi­al­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ent­schie­den. Einer Fami­lie aus dem Rhein-Lahn Kreis war zum wie­der­hol­ten Mal vom Strom­ver­sor­ger wegen erheb­li­cher Zah­lungs­rück­stän­de der Strom gesperrt wor­den. Wäh­rend ihnen das Job­cen­ter in der Ver­gan­gen­heit Dar­le­hen gewährt hat­te, damit die Strom­sper­ren auf­ge­ho­ben wer­den konn­ten, war es hier­zu nun­mehr nicht mehr bereit, weil die Strom­schul­den durch einen unver­ant­wort­lich hohen Strom­ver­brauch ver­ur­sacht wor­den sei­en. Dage­gen hat sich die Fami­lie an das Sozi­al­ge­richt mit dem Ziel gewandt, das Job­cen­ter vor­läu­fig zur dar­le­hens­wei­sen Über­nah­me der Strom­schul­den zu ver­pflich­ten, damit die Strom­sper­re besei­tigt wer­den könne.

Nach Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts Koblenz sei eine Über­nah­me der Schul­den auch auf der Basis eines Dar­le­hens nicht gerecht­fer­tigt. Die Fami­lie habe durch ihren über­mä­ßi­gen Strom­ver­brauch die wie­der­hol­te Strom­sper­re selbst ver­ur­sacht und kön­ne deren Fol­gen nicht erneut auf die All­ge­mein­heit überwälzen. 

Das gel­te auch, soweit die min­der­jäh­ri­gen Kin­der von der Strom­sper­re betrof­fen sei­en, denn in ers­ter sei­en die Eltern und nicht das Job­cen­ter für die Kin­der ver­ant­wort­lich. Im Übri­gen sei die Fami­lie infol­ge der aus­blei­ben­den Strom­lie­fe­run­gen auch nicht exis­ten­ti­ell gefährdet.

Sozi­al­ge­richt Koblenz, Beschluss vom 5. Sep­tem­ber 2013 – S 14 AS 724/​13 ER