Die Kosten der Unterkunft in Dresden

Der Rege­lung in einer Gemein­de zur Ermitt­lung des ange­mes­se­nen Bedarfs für die Unter­kunft bei Bezie­hern von Leis­tun­gen nach dem SGB II muss ein schlüs­si­ges Kon­zept zugrun­de lie­gen.

Die Kos­ten der Unter­kunft und Hei­zung in Dres­den rich­tet sich u.a. nach den Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten Säch­si­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Sozia­les und Ver­brau­cher­schutz zur Rege­lung von Wohn­flä­chen­höchst­gren­zen für die Kom­mu­nen. Hier­nach darf für Zwei-Per­so­nen-Haus­hal­te, die Leis­tun­gen nach dem SGB II bezie­hen, die Woh­nung maxi­mal 60 m² groß sein.

In einem jetzt vom Säch­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts ent­schie­de­nen Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Recht­schut­zes bezie­hen die Antrag­stel­ler lau­fend Leis­tun­gen nach dem SGB II. Sie bewoh­nen zu zweit eine unan­ge­mes­sen gro­ße Woh­nung, für die sie 620,00 € monat­lich Mie­te ein­schließ­lich Neben­kos­ten­ab­schlag zah­len. Im Streit steht – neben eini­gen Beson­der­hei­ten des kon­kre­ten Ein­zel­falls –, ob der vom Job­cen­ter ange­nom­me­ne Bedarf für Unter­kunft nach dem Stadt­rats­be­schluss vom 24.11.2011 recht­mä­ßig ist. Der Beschluss beruht auf den vom Insti­tut Woh­nen und Umwelt in Darm­stadt (IWU) im Gut­ach­ten vom 24.10.2011 ermit­tel­ten Richt­wer­ten für Ange­mes­sen­heits­gren­zen der Kos­ten der Unter­kunft und Hei­zung für die Lan­des­haupt­stadt Dres­den. Das Sozi­al­ge­richt Dres­den 1 hat­te den Mit­tel­wert der vom IWU auf Grund­la­ge der Daten des Miet­spie­gels Dres­den 2010 ermit­tel­ten Miet­prei­se aller Woh­nun­gen in Dres­den ange­wandt.

Nach Auf­fas­sung des Säch­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts gilt die Ver­wal­tungs­vor­schrift des Säch­si­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Sozia­les und Ver­brau­cher­schutz vom 7. Juni 2010 2 zur Rege­lung von Wohn­flä­chen­höchst­gren­zen für die Kom­mu­nen. Danach darf für Zwei-Per­so­nen-Haus­hal­te, die Leis­tun­gen nach dem SGB II bezie­hen, die Woh­nung maxi­mal 60 m² groß sein.

Das Säch­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt hat sich auch mit dem IWU-Gut­ach­ten vom 24.10.2011 aus­ein­an­der­ge­setzt, eige­ne und Kri­tik­punk­te des Sozi­al­ge­richts Dres­den behan­delt sowie vor­läu­fig fest­ge­stellt, dass im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes nicht abschlie­ßend geprüft wer­den kann, ob dem Stadt­rats­be­schluss vom 24.11.2011 ein sog. schlüs­si­ges Kon­zept zur Ermitt­lung des ange­mes­se­nen Bedarfs für Unter­kunft zugrun­de liegt, wie es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts gefor­dert wird. Erst im Rah­men einer Beweis­auf­nah­me im Haupt­sa­che­ver­fah­ren kön­nen die Kri­tik­punk­te erläu­tert, vom Job­cen­ter evtl. aus­ge­räumt und im Ergeb­nis das Gut­ach­ten so nach­ge­bes­sert wer­den, dass ein den Vor­ga­ben der Recht­spre­chung ent­spre­chen­des schlüs­si­ges Kon­zept fest­ge­stellt wer­den kann.

Säch­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Beschluss vom 29. Mai 2012 – L 7 AS 24/​12 B ER

  1. SG Dres­den, Beschluss vom 23.12.2011 – S 29 AS 7319/​11 ER[]
  2. Ver­wal­tungs­vor­schrift des Säch­si­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Sozia­les und Ver­brau­cher­schutz zur Rege­lung von Wohn­flä­chen­höchst­gren­zen zu § 18 SächsAGSGB, ent­hal­ten in der Ver­wal­tungs­vor­schrift vom 07.12.2011, Sächs­ABl. SDr. S. S 1797[]