Die vom Jobcenter gestellte Mietkaution – und die Vermögensauskunft in der Zwangsvollstreckung

Eine Nach­bes­se­rung der mit Blick auf die Umstän­de der Kau­ti­ons­zah­lung durch das kommt nicht in Betracht.

Der Gläu­bi­ger kann die Nach­bes­se­rung einer ver­lan­gen, wenn der Schuld­ner ein äußer­lich erkenn­bar unvoll­stän­di­ges, unge­nau­es oder wider­sprüch­li­ches Ver­zeich­nis vor­ge­legt hat 1. Dazu muss aus dem Ver­mö­gens­ver­zeich­nis selbst ersicht­lich sein, dass die Anga­ben unvoll­stän­dig, unge­nau oder wider­sprüch­lich sind, oder der Gläu­bi­ger glaub­haft machen, dass der Schuld­ner im Ver­mö­gens­ver­zeich­nis ver­se­hent­lich unvoll­stän­di­ge oder unzu­tref­fen­de Anga­ben gemacht hat 2. Unzu­läs­sig ist aller­dings eine Nach­bes­se­rung zur Beant­wor­tung von Fra­gen über Ver­mö­gens­po­si­tio­nen, die schon zusam­men­ge­fasst ver­neint sind 3.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat mitt­ler­wei­le ent­schie­den, dass einem Ver­lan­gen auf Nach­bes­se­rung einer gemäß § 802c ZPO das Rechts­schutz­be­dürf­nis fehlt, wenn der Gläu­bi­ger Aus­kunft über Erstat­tungs­for­de­run­gen für Betriebs- und Heiz­kos­ten ver­langt, die der Sozi­al­hil­fe­trä­ger für einen Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem SGB II an des­sen Ver­mie­ter geleis­tet hat. Ein sol­ches Aus­kunfts­be­geh­ren ist mut­wil­lig, weil die­se Ansprü­che nicht der Pfän­dung unter­lie­gen 4.

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Streit­fall geht aus dem Ver­mö­gens­ver­zeich­nis her­vor, dass der Schuld­ner die Fra­ge nach Ansprü­chen aus Pacht, Miet- und Lea­sing­ver­trä­gen ver­neint hat. Die Fra­ge, ob er die Kau­ti­on in Raten an das zurück­zahlt, bedarf damit kei­ner Beant­wor­tung, weil die Fra­ge nach Ansprü­chen aus dem Miet­ver­hält­nis bereits zusam­men­fas­send ver­neint wor­den ist und somit kein berech­tig­tes Inter­es­se an der Fra­ge nach wei­te­ren Ein­zel­hei­ten eines Kau­ti­ons­rück­zah­lungs­an­spruchs besteht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. April 2016 – I ZB 92/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 04.10.2007 – I ZB 11/​07, NJW-RR 2008, 1163 Rn. 8; Beschluss vom 20.11.2008 – I ZB 20/​06, WM 2009, 1431 Rn. 13; Beschluss vom 03.02.2011 – I ZB 50/​10, NJW-RR 2011, 667 Rn. 7; Beschluss vom 12.01.2012 – I ZB 2/​11, MDR 2012, 606 Rn.20, jeweils noch zu § 807 ZPO aF[]
  2. vgl. BGH, NJW-RR 2011, 667 Rn. 8 f.[]
  3. LG Kle­ve, Jur­Bü­ro 2013, 46; Zöller/​Stöber, ZPO, 31. Aufl., § 802d Rn. 16[]
  4. BGH, Beschluss vom 03.03.2016 – I ZB 74/​15[]