Ermäßigte Tickets für Bus und Straßenbahn

Es lie­gen kei­ne so gewich­ti­gen Grün­de vor, die es recht­fer­tig­ten, Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem (Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de) vom aus­zu­neh­men, es aber Bezie­hern von Leis­tun­gen nach dem SGB XII (Sozi­al­hil­fe), dem Wohn­geld­ge­setz und dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz zu gewäh­ren.

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Augs­burg in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len die Stadt Augs­burg dazu ver­pflich­tet, erneut über die Bewil­li­gung von s zu ent­schei­den. Seit Juli die­sen Jah­res wird in Augs­burg für Bus und Stra­ßen­bahn eine ver­güns­tig­te Fahr­kar­te für Bedürf­ti­ge ange­bo­ten. Vier Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem haben gegen die Ver­ga­be­richt­li­ni­en für das geklagt.

Nun hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Augs­burg in sei­ner Ent­schei­dung aus­ge­führt, dass die Stadt zwar bei der Gewäh­rung frei­wil­li­ger sozia­ler Leis­tun­gen einen wei­ten Spiel­raum habe, aber an den Gleich­heits­satz des Grund­ge­set­zes gebun­den sei. Glei­ches müs­se gleich, Unglei­ches ungleich behan­delt wer­den. Das Gericht sah kei­ne so gewich­ti­gen Grün­de, die es recht­fer­tig­ten, Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem vom aus­zu­neh­men, es aber Bezie­hern von Leis­tun­gen nach dem SGB XII, dem Wohn­geld­ge­setz und dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz zu gewäh­ren.

Die Stadt Augs­burg muss noch­mals dar­über ent­schei­den, ob auch Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem Anspruch auf das ermä­ßig­te für Bus und Stra­ßen­bahn haben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Augs­burg, Urteil vom 7. Okto­ber 2014 – Au 3 K 14.1030, 1032, 1039 und 1040