Krankenkassenbeiträge trotz ALG-II-Bezug

Bezie­hen Alg-II-Leis­tungs­emp­fän­ger neben den Leis­tun­gen nach dem SGB II wei­te­re Ein­nah­men, so bestimmt § 232a Abs 1 Satz 1 Nr 2 2. Halb­satz SGB V zum einen, dass auch die­se Ein­nah­men der Bei­trags­pflicht unter­lie­gen, und zum ande­ren, in wel­cher Rang­fol­ge die Ein­nah­men her­an­zu­zie­hen sind. Dar­über hin­aus bestimmt § 232 a Abs 4 (seit 1. Janu­ar 2007: § 232 a Abs 3) SGB V, dass die Rege­lung des § 226 SGB V ent­spre­chend gilt. „Neben” den bei­trags­pflich­ti­gen Ein­nah­men nach § 232a Abs 1 Satz1 Nr 2 SGB V wer­den bei Bezie­hern von Alg II daher die von ihnen bezo­ge­nen Ren­ten, Ver­sor­gungs­be­zü­ge und Arbeits­ein­kom­men der Bei­trags­be­rech­nung bis zur Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze zugrun­de gelegt.

Wäh­rend (nach­ge­zahl­te) Ver­sor­gungs­be­zü­ge bei­trags­recht­lich den Mona­ten zuzu­ord­nen sind, für die sie gezahlt wer­den, ist nach dem Recht des SGB II auf den Zeit­punkt abzu­stel­len, ab dem die Nach­zah­lung dem Betrof­fe­nen als sog berei­te Mit­tel zur Bedarfs­de­ckung zustanden.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 22. Juni 2010 – L 11 KR 551/​09