Kredit beantragen trotz negativem SCHUFA-Eintrag

Wer ein­mal Pro­ble­me mit sei­ner Zah­lungs­pflicht hat­te, wird häu­fig mit Schwie­rig­kei­ten kon­fron­tiert. Beson­ders dann, wenn die Finan­zie­rung eines Eigen­heims oder die Anschaf­fung eines neu­en Autos im Raum steht. Denn gera­de bei einem Bau­kre­dit sind die Anfor­de­run­gen des Kre­dit­ge­bers beson­ders hoch. Wie sich trotz nega­ti­vem Schufa-Ein­trag der Traum vom Eigen­heim oder vom Neu­wa­gen ver­wirk­li­chen lässt, ist im Fol­gen­den erklärt.

Kredit beantragen trotz negativem SCHUFA-Eintrag
Für das Eigen­heim oder zum Bezah­len einer hohen Rech­nung: Oft­mals ist das Kre­dit unaus­weich­lich – ein Pro­blem, bei einem nega­ti­ven SCHUFA-Ein­trag

Was bedeutet SCHUFA überhaupt?

Die SCHUFA ist eine Aus­kunfts­stel­le, die kre­dit­re­le­van­te Infor­ma­tio­nen über Ver­brau­cher und Unter­neh­men bereit­hält. Die Aus­künf­te erhält sie von Ban­ken, Ver­si­che­run­gen, Bau­spar­kas­sen, Ver­sand­häu­sern, Kauf­häu­sern und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­stel­len, wie den ver­schie­de­nen Inter­net- und Mobil­funk­an­bie­tern.

Grund­le­gend ist jede Per­son bei der SCHUFA hin­ter­legt, bes­ten­falls nur mit neu­tra­len Merk­ma­len wie der Adres­se. Wer bei­spiels­wei­se vor eini­gen Jah­ren ein neu­es Han­dy finan­zier­te, hat die­sen Kre­dit als posi­ti­ves Merk­mal in sei­ner Akte ste­hen. Pro­ble­ma­tisch aller­dings sind Nega­tiv­merk­ma­le. Die­se zei­gen an, dass der Ver­brau­cher offe­ne For­de­run­gen hat oder sei­nen Kre­dit­ra­ten nicht nach­ge­kom­men ist.

Geld leihen trotz negativem SCHUFA-Eintrag

Für Ver­brau­cher mit einem Nega­tiv­merk­mal gibt es eine gute Nach­richt: Es gibt durch­aus Mög­lich­kei­ten, bei denen man sich auch ohne Schufa Prü­fung Geld lei­hen kann. Nicht jeder Kre­dit­ge­ber führt auto­ma­tisch eine SCHUFA-Anfra­ge durch. In die­sem Fall möch­te er vom Kre­dit­neh­mer Infor­ma­tio­nen über sei­nen aktu­el­len Lebens­stand und sei­ne Ein­künf­te. Eine gute Chan­ce haben hier Per­so­nen, die ver­hei­ra­tet sind, über zwei fes­te Ein­kom­men ver­fü­gen und opti­ma­ler­wei­se Rück­la­gen oder Bau­spar­ver­trä­ge vor­wei­sen kön­nen. Meist han­delt es sich hier­bei um Schwei­zer Finanz­dienst­leis­ter, da die­se nicht mit der SCHUFA im Zusam­men­hang ste­hen.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit ist, dass Ver­brau­cher sich das Geld von Pri­vat­per­so­nen lei­hen. Diver­se Online­por­ta­le ver­mit­teln pri­va­te Kre­dit­ge­ber mit Ver­brau­chern. Da die Abwick­lung über das Por­tal statt­fin­det, blei­ben bei­de Par­tei­en unter­ein­an­der anonym. Die Kre­dit­neh­mer wer­den zwar nicht auf ihre Boni­tät geprüft, es wer­den aller­dings recht­li­che Ein­künf­te ein­ge­holt. Dies betrifft unter ande­rem offe­ne Haft­be­feh­le oder eine lau­fen­de Pri­vat­in­sol­venz. Wie ein seriö­ser Kre­dit­ge­ber zu erken­nen ist, erklärt der Ver­brau­cher­schutz.

Ausnahmeregelungen bei der Hausbank

Wer einen guten Bera­ter bei der eige­nen Haus­bank hat, kann unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch bei die­ser einen Kre­dit erhal­ten. Zu Beginn ist zu prü­fen, wie­so der Antrag­stel­ler einen nega­ti­ven Ein­trag hat. Manch­mal kommt es auch vor, dass der SCHUFA feh­ler­haf­te Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen. Oder es han­delt sich um Eltern, deren Kin­der bei­spiels­wei­se in eine Abo­fal­le gerutscht sind. Ist die Begrün­dung für die Bank plau­si­bel und der Ver­brau­cher über­zeu­gend, wird sie sich meist zu einem Kre­dit durch­rin­gen.

Doch auch wenn den Kre­dit­neh­mer die vol­le Schuld an dem SCHUFA-Ein­trag trifft, kann er unter Umstän­den einen Kre­dit erhal­ten. Dafür muss er jedoch der Bank ver­deut­li­chen, dass sei­ne finan­zi­el­le Situa­ti­on die Bezah­lung der Raten zulässt. Wich­ti­ge Kri­te­ri­en sind dabei:

  • Der Antrag­stel­ler befin­det sich in einem fes­ten Arbeits­ver­hält­nis.
  • Der Arbeits­ver­trag ist unbe­fris­tet.
  • Es bestehen kei­ne wei­te­ren Kre­di­te.
  • Das Ein­kom­men ist aus­rei­chend, um für die Til­gung auf­zu­kom­men.
  • Opti­mal ist es, wenn der Antrag­stel­ler Ver­mö­gen vor­wei­sen kann.

SCHUFA-Auskunft als Privatperson einholen

Kredit beantragen trotz negativem SCHUFA-Eintrag
Ver­brau­cher haben das Recht, ein­mal jähr­lich eine kos­ten­lo­se SCHUFA-Aus­kunft ein­zu­ho­len

Nicht nur Ban­ken und Kre­dit­ge­ber haben die Mög­lich­keit, eine SCHUFA-Aus­kunft anzu­for­dern. Vor eini­gen Jah­ren hat der Staat das Gesetz ver­ab­schie­det, dass Pri­vat­per­so­nen ein­mal jähr­lich eine kos­ten­lo­se Aus­kunft über ihre Boni­tät erhal­ten kön­nen. Fest­ge­legt wur­de dies mit §34 Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz:

„Die ver­ant­wort­li­che Stel­le hat dem Betrof­fe­nen auf Ver­lan­gen Aus­kunft zu ertei­len über

  1. die zu sei­ner Per­son gespei­cher­ten Daten, auch soweit sie sich auf die Her­kunft die­ser Daten bezie­hen,
  2. den Emp­fän­ger oder die Kate­go­rien von Emp­fän­gern, an die Daten wei­ter­ge­ge­ben wer­den, und
  3. den Zweck der Spei­che­rung. […]“

For­dern Ver­brau­cher eine Aus­kunft an, ent­hält die­se nicht nur Infor­ma­tio­nen über vor­han­de­ne und ehe­ma­li­ge Kre­di­te, son­dern auch einen Basisscore. Die­ser Score wird von dem Unter­neh­mer anhand eini­ger Daten ermit­telt und gibt Auf­schluss über die Kre­dit­wür­dig­keit einer Per­son. Kre­dit­ge­ber kön­nen dadurch sofort erken­nen, ob der Antrag­stel­ler als zah­lungs­fä­hig und zah­lungs­zu­ver­läs­sig ein­ge­stuft ist. Wel­che Fak­to­ren genau eine Rol­le für den Score spie­len ist für Ver­brau­cher geheim, die Kri­te­ri­en sind jedoch vom Bun­des­ge­richts­hof fest­ge­legt.

Um eine kos­ten­lo­se SCHUFA-Aus­kunft zu erhal­ten, müs­sen Ver­brau­cher auf der offi­zi­el­len Web­sei­te des Unter­neh­mens eine Daten­über­sicht nach §34 anfor­dern. Die­ses erhal­ten sie inner­halb eini­ger Wochen auf dem Post­weg.