Private Krankenversicherung im Basistarif

Nach einer im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes ergan­ge­nen aktu­el­len Ent­schei­dung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nord­rhein-West­fa­len ist es einem pri­vat kran­ken­ver­si­cher­ten Sozi­al­hil­fe­be­zie­her zuzu­mu­ten, in den so genann­ten Basis­ta­rif zu wech­seln, um die Belas­tung des Sozi­al­hil­fe­trä­gers mög­lichst gering zu hal­ten. Der Wech­sel in den Basis­ta­rif der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung schüt­ze den Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger aus­rei­chend vor einer Ruhend­stel­lung bzw. Kün­di­gung sei­nes Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges sowie Aufrechnun­gen des Kran­ken­ver­si­che­rers ent­schie­den das Esse­ner Lan­des­so­zi­al­ge­richt. Die Kos­ten für den Basis­ta­rif muss der Sozi­al­hil­fe­trä­ger nach dem Beschluss ande­rer­seits auch dann erstat­ten, wenn sie höher lie­gen als bei einem gesetz­lich kran­ken­ver­si­cher­ten Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger.

In einem einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren hat­te sich ein 72jähriger Mann aus Essen gegen die von der Stadt Essen vor­ge­nom­me­ne Absen­kung der für ihn berück­sich­tig­ten Leis­tun­gen zur Finan­zie­rung der monat­li­chen Bei­trä­ge sei­ner pri­va­ten Kran­ken-/Pfle­ge­ver­­­si­che­rung auf ein unter­halb des Basis­ta­rifs lie­gen­des Maß gewehrt. Die Stadt hat­te Beiträ­ge nur noch in Höhe der für einen gesetz­lich kran­ken­ver­si­cher­ten Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger abzu­füh­ren­den Beträ­ge bei der Sozi­al­hil­fe­ge­wäh­rung berück­sich­tigt. Die­se lagen um ca. 130 Euro unter den Kos­ten, die dem Mann im von ihm zuletzt gewähl­ten Basis­ta­rif sei­ner pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ent­stan­den. Ein Wech­sel zurück in die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung war dem Mann aus Rechts­grün­den ver­schlos­sen.

Das Sozi­al­ge­richt Duis­burg hat­te den gegen die nur teil­wei­se Berück­sich­ti­gung der Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge gerich­te­ten Antrag auf Gewäh­rung von Eil­rechts­schutz abge­lehnt. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len hin­ge­gen gab dem Antrag­stel­ler Recht, weil die von der Stadt für den So­fortvollzug ihrer Absen­kungs­ent­schei­dung gege­be­ne Begrün­dung nicht aus­reich­te. Die­se ließ ins­be­son­de­re nicht erken­nen, aus wel­chen beson­de­ren Grün­den des Ein­zel­falls eine sofor­ti­ge Voll­zie­hung gera­de im Fall des Antrag­stel­lers erfor­der­lich sein soll­te.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len, Beschluss vom 18. Dezem­ber 2009 – L 9 B 49/​09 SO ER