Private Unfallversicherung für Kinder

Eine für ein min­der­jäh­ri­ges Kind kann auch für ALG II-Bezie­her ange­mes­sen sein.

In dem jetzt vom Sozi­al­ge­richt Chem­nitz ent­schie­de­nen Fall hielt das beklag­te Job­cen­ter Zwi­ckau eine pri­va­te für Kin­der, die in ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen leben, für unan­ge­mes­sen und rech­ne­te das in vol­ler Höhe auf das Arbeits­lo­sen­geld II an. Eine ers­te Ent­schei­dung des Sozi­al­ge­richts Chem­nitz 1 zuguns­ten des 17-jäh­ri­gen Klä­gers war auf die Revi­si­on des beklag­ten Job­cen­ters vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt in Kas­sel auf­ge­ho­ben wor­den 2. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt ver­wies den Rechts­streit an das Sozi­al­ge­richt Chem­nitz zurück und gab ihm vor, nähe­re Fest­stel­lun­gen zur indi­vi­du­el­len Not­wen­dig­keit einer sol­chen Ver­si­che­rung zu tref­fen.

Das Sozi­al­ge­richt Chem­nitz kam nun in sei­ner neu­er­li­chen Ent­schei­dung wie­der­um zu dem Ergeb­nis, dass die wegen der indi­vi­du­el­len Lebens­um­stän­de des Klä­gers not­wen­dig ist. Die­ser ist geis­tig behin­dert und lei­det an Stö­run­gen des Gleich­ge­wichts und der Fein­mo­to­rik. Inso­weit besteht ein erheb­lich höhe­res Unfall­ri­si­ko als bei ande­ren Kin­dern sei­ner Alters­grup­pe. Bei ihm ist eine daher als ange­mes­sen zu bewer­ten, so das Gericht. Die Ent­schei­dung ist rechts­kräf­tig.

Damit wird vom des Klä­gers eine von 30,00 EUR monat­lich abge­setzt, wodurch sich die Anrech­nung des es auf das Arbeits­lo­sen­geld II um die­sen Betrag redu­ziert. Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge kön­nen gene­rell nur vom anzu­rech­nen­den Ein­kom­men des Arbeits­lo­sen­geld II-Bezie­hers abge­setzt wer­den, wenn sie dem Grun­de und der Höhe nach ange­mes­sen sind. Die 30,00 Euro-Pau­scha­le kann aller­dings auch dann in vol­ler Höhe abge­setzt wer­den, wenn die Monats­bei­trä­ge, wie hier mit 6,31 EUR, wesent­lich nied­ri­ger lie­gen.

Sozi­al­ge­richt Chem­nitz, Urteil vom 24. April 2012 – S 3 AS 3239/​11 WA

  1. SG Chem­nitz, Urteil vom 04.08.2010 – S 3 AS 6295/​09[]
  2. BSG Urteil vom 10.05.2011 – B 4 AS 39/​10 R[]