Übergegangene Unterhaltsansprüche und die Prozessfähigkeit der ARGE

Macht die ARGE vor dem Fami­li­en­ge­richt einen Anspruch auf Zah­lung von gel­tend, der wegen der von ihr erbrach­ten Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen auf sie über­ge­gan­gen ist, so ist sie für die­sen Pro­zess sowohl par­tei­fä­hig als auch pro­zess­füh­rungs­be­fugt.

Die ARGE ist par­tei­fä­hig im Sin­ne des § 50 Abs. 1 ZPO. Ihre Rechts- und Par­tei­fä­hig­keit im Zivil­pro­zess ist in Anleh­nung an die von der Recht­spre­chung zur Rechts- und Par­tei­fä­hig­keit der (Außen-)Gesellschaft bür­ger­li­chen Rechts ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze zu beja­hen 1.

Die ARGE ist auch pro­zess­füh­rungs­be­fugt. Unbe­scha­det der Fra­ge, ob eine ARGE selbst Leis­tungs­trä­ger im Sin­ne des § 33 Abs. 1 Satz 1 SGB II ist 2, folgt aus § 44 b SGB II, dass sie jeden­falls berech­tigt ist, den über­ge­gan­ge­nen Anspruch im eige­nen Namen gel­tend zu machen und Zah­lung an sich zu ver­lan­gen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 1. Dezem­ber 2010 – XII ZR 19/​09

  1. BGH, Urteil vom 22.10.2009 – III ZR 295/​08MDR 2010, 167[]
  2. so OLG Zwei­brü­cken NJW 2007, 2779, 2780 f.[]
  3. Scholz Fam­RZ 2007, 1417, 1424; Klink­ham­mer Fam­RZ 2006, 1171, 1173[]