Verfassungswidrige Regelleistungen beim ALG II

Die Rege­lun­gen der Hartz IV – Reform zur Grund­si­che­rung für Arbeits­lo­se fin­det auch wei­ter­hin kei­ne Gna­de in Karls­ru­he. Nach­dem das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereit vor gut zwei Jah­ren die der­zei­ti­ge Orga­ni­sa­ti­on der Arbeits­ge­mein­schaf­ten („Job­cen­ter”) für ver­fas­sungs­wid­rig erach­tet und dem Gesetz­ge­ber eine Ände­rung bis Ende die­sen Jah­res auf­ge­ge­ben hat, wur­den heu­te auch die nach Hartz-IV-Regel­leis­tun­gen vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt als ver­fas­sungs­wid­rig beur­teilt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erach­tet ins­be­son­de­re die der­zei­ti­ge pro­zen­tua­len Abschlä­ge für wei­te­re Mit­glie­der einer Bedarfs­ge­mein­schaft (also etwa für Kin­der) als „ins Blaue hin­ein” ohne ver­nünf­ti­ge Berech­nung fest­ge­legt.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die­ses Ver­dikt einer Ver­fas­sungs­wid­rig­keit aller­dings nicht mit dem Aus­sprach der Nich­tig­keit der der­zei­ti­gen Rege­lung ver­bun­den, son­dern (nur) dem Gesetz­ge­ber auf­er­legt, die Regel­leis­tun­gen bis Ende die­sen Jah­res ver­fas­sungs­kon­form zu regeln. Ob die­se Neu­re­ge­lung dann aller­dings zu höhe­ren Regel­leis­tun­gen füh­ren wird, ließ das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus­drück­lich offen.

Eine aus­führ­li­che Bespre­chung des heu­ti­gen Karls­ru­her Urteils fin­den Sie in der Rechts­lu­pe.