Vorübergehende Sozialhilfe für den Erben

Ein Anspruch auf Erbaus­ein­an­der­set­zung gemäß § 2042 BGB ist nach Been­di­gung der Erben­ge­mein­schaft nicht mehr gemäß § 93 Abs. 1 Satz 1 SGB XII über­lei­tungs­fä­hig; die Über­lei­tung geht inso­weit ins Leere.

Ein Anspruch des Hil­fe­be­dürf­ti­gen gegen die Hin­ter­le­gungs­stel­le auf Her­aus­ga­be eines vom Dritt­schuld­ner gemäß §§ 372 ff. BGB hin­ter­leg­ten Betrags ist nicht gemäß § 93 Abs. 1 Satz 1 SGB XII über­lei­tungs­fä­hig, weil die Hin­ter­le­gungs­stel­le nicht Drit­ter im Sin­ne die­ser Vor­schrift ist. Der durch die Hin­ter­le­gung begrün­de­te öffent­lich-recht­li­che Her­aus­ga­be­an­spruch gegen die Hin­ter­le­gungs­stel­le ist viel­mehr – dem Cha­rak­ter der Hin­ter­le­gung als Erfül­lungs­sur­ro­gat ent­spre­chend – dem Ver­mö­gen des Hil­fe­emp­fän­gers zuzuordnen.

Eine Über­lei­tung nach § 93 Abs. 1 Satz 1 SGB XII schei­det nach dem Sinn und Zweck die­ser Vor­schrift aus, wenn der Sozi­al­hil­fe­trä­ger gegen den Hil­fe­be­dürf­ti­gen unmit­tel­bar aus einem bestands­kräf­ti­gen Bescheid nach §§ 45, 50 SGB X in die For­de­rung gegen einen Drit­ten voll­stre­cken kann; denn in die­sem Fall bedarf es der Über­lei­tung zur Durch­set­zung des Grund­sat­zes des Nach­rangs der Sozi­al­hil­fe nicht. Ent­spre­chen­des gilt, wenn der Sozi­al­hil­fe­trä­ger die Rück­for­de­rung dar­le­hens­wei­se erbrach­ter Sozi­al­hil­fe­leis­tun­gen durch Voll­stre­ckung eines Rück­for­de­rungs­be­schei­des durch­set­zen kann.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 22. Juli 2010 – L 7 SO 853/​09