Wahrung des Sozialgeheimnisses bei der Leistungsüberweisung

Das Sozi­al­ge­heim­nis wird nicht durch den Über­wei­sungs­ver­merk der Bun­des­agen­tur für Arbeit an Hartz IV-Emp­fän­ger verletzt.

So hat das Baye­ri­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und die Über­wei­sungs­pra­xis der Bun­des­agen­tur für Arbeit als rech­tens ange­se­hen. Der Klä­ger bezieht Leis­tun­gen nach dem SGB II und klag­te gegen eine neue Über­wei­sungs­pra­xis der Bun­des­agen­tur für Arbeit. Zu den Sozi­al­da­ten, die nicht unbe­fugt offen­bart wer­den dür­fen, gehört auch der Bezug von Leis­tun­gen nach dem SGB II. Seit der Umstel­lung der Soft­ware im Jahr 2011 erfol­gen die Über­wei­sun­gen mit dem Ver­merk „Bun­des­agen­tur für Arbeit” und ent­hal­ten neben der Kun­den­num­mer das Kür­zel „BG”.

Nach Auf­fas­sung des Baye­ri­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts offen­bart die Bun­des­agen­tur für Arbeit kei­ne Sozi­al­da­ten auf dem Über­wei­sungs­ver­merk. Die Anga­be „Bun­des­agen­tur für Arbeit” ist als sol­che noch nicht aus­sa­ge­kräf­tig. Die Kun­den­num­mer als fort­lau­fen­de Zahl zusam­men mit „BG” ent­hält eben­falls kei­ne erkenn­ba­ren Infor­ma­tio­nen über den ein­zel­nen Leis­tungs­emp­fän­ger. Es ist nicht sofort offen­sicht­lich, dass eine Bedarfs­ge­mein­schaft nach den Vor­schrif­ten des Zwei­ten Buchs Sozi­al­ge­setz­buch gemeint ist. Das Sozi­al­ge­heim­nis wird also durch die Über­wei­sungs­pra­xis der Bun­des­agen­tur für Arbeit nicht verletzt.

Baye­ri­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 17 Juni 2013 – L 7 AS 48/​13