Kostenübernahme für Alltagskleidung durch das Jobcenter

ist aus dem Regel­satz zu beschaf­fen. Dadurch, dass sie auch in der Berufs­schu­le getra­gen wer­den kann, wird es kei­ne vom Job­cen­ter zu erstat­ten­de .

In dem hier vor­lie­gen­den Fall ist mit die­ser Begrün­dung vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men die Kos­ten­über­nah­me für , die auch pri­vat getra­gen wer­den kann, ver­wei­gert wor­den. Das Job­cen­ter hat­te sich gewei­gert, einer damals 16-jäh­ri­ge Schü­le­rin aus Hil­des­heim die Erstat­tung von Beskos­ten zu bewil­li­gen. Die Schü­le­rin besuch­te eine Berufs­ein­stiegs­klas­se für Haus­wirt­schaft und Pfle­ge. Für den schu­li­schen Koch­un­ter­richt brauch­te sie eine wei­ße Hose, wei­ße T‑Shirts und rutsch­fes­te Schu­he. Beim Job­cen­ter leg­te sie ein Schrei­ben der Schu­le vor, wonach die­se sstü­cke im Unter­richt als Koch benö­tigt wür­den. Sie über­reich­te diver­se Kas­sen­bons der Fir­men Pri­mark und Deich­mann etc., aus denen sich die Kos­ten erge­ben soll­ten.

Die Ableh­nung des Antrags begrün­de­te das Job­cen­ter damit, Kos­ten für per­sön­li­chen Schul­be­darf sei­en bereits bewil­ligt wor­den und dar­über hin­aus kom­me kei­ne wei­te­re Kos­ten­über­nah­me in Betracht. Nach­dem die dar­auf­hin erho­be­ne Kla­ge vom Sozi­al­ge­richt Hil­des­heim abge­wie­sen 1 wor­den war wur­de gegen die­ses Urteil Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de erho­ben, über die das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men nun zu ent­schei­den hat­te.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men han­de­le es sich bei den erwor­be­nen sstü­cken um kei­ne spe­zi­el­le Berufs, son­dern um , die auch außer­halb des Schul­un­ter­richts getra­gen wer­den kann. Es sei schon nicht nach­voll­zieh­bar, für einen Ein­kauf von Schul von Hil­des­heim nach Braun­schweig zu Pri­mark zu fah­ren und dann auf einem lan­gen Kas­sen­bon ein­zel­ne Posi­tio­nen als Nach­weis zu mar­kie­ren. Das glei­che sstück kön­ne nicht auf dem einen Bon pri­vat und auf dem ande­ren Bon schu­lisch dekla­riert wer­den. Es wer­de deut­lich, dass die Klä­ge­rin nicht gezielt Schul ein­ge­kauft habe, wie es bei einem Fach­ge­schäft der Fall wäre. Wenig über­zeu­gend sei es auch, mit Kas­sen­zet­teln aus dem Monat Mai ver­meint­li­che Kos­ten für das neue Schul­jahr im Sep­tem­ber bele­gen zu wol­len. Es han­de­le sich ins­ge­samt um Ein­käu­fe in her­kömm­li­chen Besge­schäf­ten des unte­ren Preis­seg­ments, die nicht aus­schließ­lich für Unter­richts­zwe­cke getä­tigt wur­den. sei aus dem Regel­satz zu beschaf­fen und wer­de nicht dadurch zu Berufs, dass sie auch in der Schu­le getra­gen wird.

Damit stimm­te das Lan­des­so­zi­al­ge­richt dem Job­cen­ter zu und die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de hat­te kei­nen Erfolg.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men, Beschluss vom 15. April 2020 – L 11 AS 922/​18 NZB

  1. SG Hil­des­heim, Urteil vom 11.10.2018 – S 58 AS 56/​16[]