Vorlage von Kontoauszügen

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat erneut die Recht­mä­ßig­keit der Auf­for­de­rung zur Vor­la­ge der Kon­to­aus­zü­ge der letz­ten drei Mona­te bestä­tigt und eine hier­ge­gen ein­ge­leg­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung angenommen.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts exis­tiert mit § 60 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 3 SGB I eine par­la­ments­ge­setz­li­che Grund­la­ge für die Auf­for­de­rung, Kon­to­aus­zü­ge vor­zu­le­gen 1.

Ein­grif­fe in das Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung sind, so das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wei­ter, nicht durch­weg unzu­läs­sig, viel­mehr kommt es auf eine Abwä­gung zwi­schen der behaup­te­ten grund­recht­li­chen Beein­träch­ti­gung einer­seits und dem damit ver­folg­ten Zweck ande­rer­seits an 2. Der Ein­zel­ne muss Beschrän­kun­gen sei­nes Rechts hin­neh­men, die durch über­wie­gen­des All­ge­mein­in­ter­es­se gerecht­fer­tigt sind 3. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat bereits ent­schie­den, dass es bei der Über­prü­fung der Leis­tungs­be­rech­ti­gung bei Sozi­al­leis­tun­gen um die Ver­fol­gung eines bedeut­sa­men Gemein­wohl­be­langs han­delt 4 und dass es dem Gedan­ken des sozia­len Rechts­staats wider­spricht, dass Mit­tel der All­ge­mein­heit man­gels genü­gen­der Kon­trol­le auch in Fäl­len in Anspruch genom­men wer­den kön­nen, in denen wirk­li­che Bedürf­tig­keit nicht vor­liegt 5.

  1. (vgl. hier­zu ins­be­son­de­re BSG, Urteil vom 19.09.2008 – B 14 AS 45/​07 R; BSG, Urteil vom 19.02.2009 – B 4 AS 10/​08 R []
  2. vgl. BVerfGE 118, 168, 193 ff.[]
  3. vgl. BVerfGE 65, 1, 43 f.; BVerfG, Beschluss vom 25.02.2008 – 1 BvR 3255/​07, NJW 2008, S. 1435, 1436[]
  4. BVerfGE 118, 168, 193, 196[]
  5. BVerfGE 9, 20, 35[]